Weihnachtsgrüße aus dem Off

Die Sitten verrohen, der Karpfen ist gar, doch schmecken tut er nach öligem Konsum. Die Festlichkeit bleibt auf der Strecke, angekettet, erst die Bereitschaftspolizei kann den gordischen Knoten lösen, und wiedereinmal kommen die drei heiligen Castortransporter aus dem Abendland nur mit einer Verspätung an, die den Zigeuner Lügen straft. Was aber, fragt man sich, bringt es uns, kann man denn so noch glücklich im Dreieck familiärer Atmosphäre verweilen? Wo auf der einen Seite Hass und Gewalt, auf der anderen Seite Vati sitzt und ihnen munter zuprostet, wo wir auf der Basis dieses gleichschenkligen, aber nicht gleichseitigen Dreiecks auf unsere Geschenke warten und uns fragen, ob das Dreieck der frontal betrachteten und somit dimensionsreduzierten Form eines Christmas-Trees entspricht, entsprechen soll? Nein, so werden wir nicht glücklich, ganz sicher nicht, auch schmerzt die linke Niere, stechen die Gedanken an den Frühling, an das Aufblühen der Gesellschaft, das doch nur wieder mit heilloser Anstrengung verbunden sein wird. Zweitausendzwölf also, wie oft müssen wir das noch schreiben? Wer schreibt, der bleibt? Falsch gedacht, 2013 wird uns überholen wie ein Porsche es in der Werkstatt wird, und wie es die Technik dann doch auch schon wieder ist, die wir uns sehnlichst zu Weihnachten gewünscht hatten.
Aller Schmuck nützt nichts, das Lametta hängt nur fad vom Baum herab, die Kugeln täuschen mit ihrer Rundung Glanz vor, doch stehen für Eintönigkeit, „Tradition“, ja, Einfallslosigkeit ist das deutsche Wort. Verwurzelt sind wir doch nicht mehr, stehen in einem Christbaumständer ohne Wasser, und wundern uns, wenn uns die Nadeln ausfallen, mit denen wir noch vor kurzem frisch, fromm, fröhlich, frei um uns stachen.
Im nächsten Jahr, nehmen wir uns vor, werden wir uns an das alles erinnern, werden anders handeln, aber achwas, es wird jedes Jahr dieselbe Chose, Last Christmas, wäre es doch endlich so weit!

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