„Ich weiß, dass ich nichts weiß“

Ich habe 61 Semester Soziologie mit Nebenfach Zahnmedizin studiert, ich habe das Matterhorn auf dem Zahnfleisch bestiegen, ich habe Elefanten schmelzen sehen, mich von einem mongoloschen Porträtmaler mit vergoldetem Jochbein richtig in die Fresse schlagen lassen, so aus Neugierde, weil – „das muss man mal gemacht haben“ – , kenne sämtliche Steckdosentypen der Welt persönlich, wenn auch flüchtig, habe das verjüngende Wasser der antisemitischen Schwabenfälle getrunken (während einer Intimenthaarung), hatte die Windpocken, habe Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiele mit Kukident-Haftcreme brutal sabotiert, habe Papageien aus dem faradayschen Käfig befreit, die Macht des Faktischen gebrochen, aber bin ich deshalb weiser? Habe ich auch ein Gramm Lebenserfahrung dabei gesammelt? Kann meine ganze „Erkenntnis“ ein Pfund Butter aufwiegen? Einstein versus den Zauberwürfel, Shakespeare gegen harte Dollar, Dollar, ich brauche einen Dollar. Wohin das alles führt? Das weiß ich nicht ohne meine Blindendogge, aber die freiheitlich demokratische Hund-Ortung hat Probleme, sie ausfindig zu machen. Zu spät, es ist zu spät.

Paul Krugman

Ein junger Paul Krugman umgeben von drei Hühnern.

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