Zwischenbilanz

Nach vier Monaten investigativen Extrembloggings wird es Zeit zu bilanzieren. Unsere knallharten Reportagen haben halb Arabien in Aufruhr versetzt, haben die Welt erschüttert, Konzerne zerfetzt, alle Knochen der allzu verknöcherten Gesellschaft und geltendes Recht gebrochen. Das bekannte deutsche Nachrichtenmagazin Focus wollte uns kaufen, wollte unsere harten punkjournalistischen Fuckten Fuckten Fuckten, aber, hell no, die Cowboys lassen sich nicht zügeln, kommen vom Friseur, der Hut passt nicht mehr, scheiß egal, in den Müll damit. Wir sind unabhängig, wir bleiben unabhängig und genau dafür liebt uns die treue Leserschaft.
So schreibt Benutzer ピーター begeistert zu dem Artikel 妈介绍国际电视:

„イラーのブログは、私は、ドイツを愛するフォアグラ寿司のすべての時間を行う“

Wir freuen uns über solch lobenden Worte. Ohne gehaltvolles Feedback und die Nähe zum Leser ist ein Blogger nichts. Mehr noch: Die Digital Natives, und wir sind solche, sind Netizens der ersten Stunde, lieben und leben die Debattenkultur, die Konfrontation mit der Gegenmeinung.
Auch differenziertere Kommentare wie dieser von „bad url“ werden daher beachtet. bad url schreibt:

„A very informative story and lots of really honest and forthright comments made! This certainly got me thinking a lot about this issue so nice one a lot for leaving!“

Das ist genau das, was wir wollten: Wir wollen, dass man über das Thema nachdenkt. Ein schlechter Journalist gibt meine Meinung vor, wir wollen nur ins Fleisch schneiden und Salzsäure in die Wunde kippen, alte Narben wieder aufreißen und freimütig auf geistige Desinfektionsmittel verzichten. Ideeneiter ist der Nährboden der Wahrheit.

Eine etwas apartere Position nimmt „Andre“ ein:

„You got great points there, that’s why I always love checking out your blog.“

Woraufhin „Adidas Samba“ messerscharf bemerkt:

„Ich bin jetzt ja auch dabei und seit 2 Wochen stolzer Inhaber des Iphones und finde es ausgezeichnet, dass die Seite im Safari richtig angezeigt wird.“

Da ich derzeit noch kein iPhone besitze, kann ich leider keine Stellung beziehen, aber auch ohne mein Mitwirken floriert die Diskussion.

Weitere enthusiastische Kommentare wie z.B. von „College Board“ („Having read this material, I have learned for myself a lot of the new. Thanks„) bestärken uns darin, die eingeschlagene Richtung weiterzuverfolgen.
Es ist freilich schwer im Sumpf der Digitalen Bohème zu überleben, der Markt ist saturiert, ist übersättigt wie ein vor dem Winter im REWE eingesperrter Braunbär, aber der extensive Konsum hat noch nicht gesiegt. Der Deutsche erkennt Qualität, wenn er sie sieht, und wir bloggen nur deutsche Wertarbeit. Unsere Beiträge sind Ideenkruppstahl aus Gehirnhochöfen in riesigen Körperindustrieanlagen, welche twentyfour seven mit Ethanol-Brennstoff versorgt werden. Spiegeltrinker reflektieren besser und tiefer.

Wir geben uns Mühe, damit auch in weiteren vier Monaten Lobhudelei unser Selbstwertgefühl in unermessliche Höhen treibt so wie eine Immobilienblase die Wolkenkratzer. Denn wie sagt der Netzmund:

Wer den Spambot nicht ehrt
ist des Googleranks nicht wert

Und was denkst du, „Amelia“?

„I wish more people would write blogs like this that are really fun to read. With all the fluff floating around on the net, it is rare to read a blog like this instead.“

Das Internet ist wahrlich fluff und wir sind das Informationsbollwerk gegen die Datenmüllflut, eine radikale Internet-Apotheken-Umschau.
Danke für die konstruktive Kritik. Danke, euch allen, euch wundervollen Menschen, euch bodenkriecherischen Lesern für all die erbaulichen Kommentare. Und für euren beharrlichen Ratschlag, ein iPhone und Adidas-Schuhe zu kaufen.

Das Affenhirnsushi-Team

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